…wenn man nur einen Teilaspekt der Realität betrachtet. Ich musste noch mal über die Sache mit der ungleichen Verteilung von Sexualpartnern bei Männern und Frauen nachdenken.
Der kleine Mann fragt nach: „Was meinst Du?“
Ich: „Du erinnerst Dich an den Artikel, wonach Männer im Schnitt mit 7,4 Frauen im Bett waren und Frauen nur mit 4,3 Männern?“
Mann im Ohr: „Ja. Das kann nicht sein, das hast Du mir erklärt.“
Ich: „Na ja, jedenfalls nicht, wenn man nur Deutsche betrachtet. Und das haben die getan.“
Mann im Ohr: „Und sonst ginge das?“
Ich: „Ja, schon. Also: absolut müssen Männer und Frauen natürlich gleich viele Punkte erzielen. Das hatten wir ja schon. Aber relativ könnte das natürlich einen Unterschied machen. Nämlich dann, wenn es nicht gleich viele Männer und Frauen gibt.“
Mann im Ohr: „Ach so. Das stimmt.“
Ich: „In Deutschland ist die Verteilung aber annähernd gleich. Und bei einer 50/50-Verteilung geht das nicht.“
Mann im Ohr: „Dann haben die wirklich gelogen.“
Ich: „Das könnte gut sein. Ich meine, wer gibt schon gern zu, dass er mit sehr vielen Menschen Sex hatte. Gerade als Frau landet man dann ja in der Kategorie ‘Schlampe’. Das erzählt man vielleicht nicht mal, wenn man anonym befragt wird.“
Mann im Ohr: „Wir wissen ja nicht, ob das anonym war.“
Ich: „Genau. Aber selbst wenn, könnte das sein. Vielleicht belügen sich Frauen da sogar selbst?“
Mann im Ohr: „Oder die Umfrage war nicht repräsentativ.“
Ich: „Auch das könnte sein.“
Mann im Ohr: „Aber denklogisch muss ja bei gleichen Anteilen der Durchschnitt gleich hoch sein.“
Ich: „Es sei denn, jemand hat mit einem geschlafen, der nicht zur befragten Gruppe gehört.“
Mann im Ohr: „Was heißt das?“
Ich: „Beispiel: nur Deutsche werden betrachtet. Wie in der Umfrage. Einer der Männer war in Urlaub und hat dort mit 10 Frauen geschlafen, die keine Deutschen sind.“
Mann im Ohr: „In Thailand?“
Ich: „Das ist jetzt sehr clichéhaft. Aber von Prinzip her ist das ein gutes Beispiel. Dann bekäme der Mann 10 Punkte und die Frauen keine.“
Mann im Ohr: „Umgekehrt könnte es aber sein, dass auch Frauen außerhalb ihrer Nationalität vögeln. So sagt Ihr das doch, oder?“
Ich: „Ja, so sagen wir das. Und auch das könnte sein.“
Mann im Ohr: „Aber das sind jetzt alles Annahmen.“
Ich: „Ja, das ist sehr spekulativ. Eigentlich müsste Gleichstand herrschen.“
Mann im Ohr: „Weißt Du, was das heißt?“
Ich: „Nein, was denn?“
Mann im Ohr: „Die Männer, die das hier lesen, werden ihrer Naivität beraubt. Männer wollen glauben, dass ihre Frau nur mit ganz wenigen Männern geschlafen hat. Und gleichzeitig wollen sie mit vielen Frauen schlafen.“
Ich: „Aber mit jeder Frau, die sie vögeln, treiben sie den Schnitt der ‘Gegenseite’ in die Höhe und reduzieren damit die Wahrscheinlichkeit, auf eine Frau zu treffen, die nur wenige Sexualpartner hatte.“
Mann im Ohr: „Aber weißt Du was?“
Ich: „Was?“
Mann im Ohr: „Vielleicht sagen die sich auch einfach nur, dass das hier eine Frau geschrieben hat und dass ja jeder weiß, dass Frauen nicht rechnen können.“
Das könnte sein. Der kleine Mann hatte ja schon öfter recht.