Es gibt ihn doch

Den perfekten Mann. Ich kenne ihn seit Jahren und bin heute zufällig mal wieder auf ihn aufmerksam geworden.

Ich saß mit akuter Bronchitis auf dem Sofa und habe rumgezappt und dann war er da. Jetzt schaue ich ‘Batman begins’. Wenn es etwas gibt, was mich aufheitert, ist es Batman. Genauer: Christian Bale alias Batman. Ich habe die Filme schon seit Erscheinen rauf und runter geschaut und in diesem L I E B E ich wirklich alle Darsteller. Pennyworthes trockener Humor ist großartig. Das Gute siegt. Wie im wahren Leben.

Ich vernehme ein andächtiges „Katie Holmes“ und wundere mich, dass es keine böse Bemerkung über meinen Optimismus ist.

Mann im Ohr: „Vielleicht wird am Ende ja doch alles gut.“
Ich: „Im Film?“
Mann im Ohr: „In echt.“

Ich kann mich kaum auf´s Schreiben konzentrieren, weil Bruce mit nacktem Oberkörper voller bruises auf dem Bett sitzt und einen grünen Smoothie trinkt. Sein wunderschöner Bizeps ist rot und blau gescheckt.

Mann im Ohr: „Warum haben wir keinen Butler, der uns grüne Smoothies macht? Wo wir doch krank sind?“
Ich: „Weil das hier das wahre Leben ist.“
Mann im Ohr: „Du bräuchtest genau so einen! Der immer für dich da ist, aber nicht bedingungslos nach deiner 
Pfeife tanzt. Er hält Master Wayne auch schon mal eine Standpauke und nordet ihn ein, wenn es nötig ist. Trotzdem ist er absolut loyal.“
Ich: „So wie du, aber in groß?“

Ich spüre, wie ein winziger Fleck in meinem Ohr sehr warm wird. Das passiert selten und kitzelt ein bisschen. Es ist ein sicheres Zeichen dafür, dass der kleine Mann rot wird.

Bruce erklärt Rachel gerade, dass er das nicht ist, der da nass und mit halbnackten Frauen aus dem Pool kommt. Dass er im Inneren anders ist. Sie antwortet, „Was wir tun zeigt, wer wir sind“.

Deswegen glauben wir Männern, wenn sie sagen, dass sie eigentlich ganz anders sind. Weil wir zu viele Superhelden-Filme gesehen haben, in denen hinter scheinbar oberflächlichen Lügnern sehr tiefgründige, verantwortungsbewusste Männer mit dem Herz am rechten Fleck stecken.

Mann im Ohr: „Der richtige Mann für dich muss nicht ehrlich sein.“
Ich: „Er darf mir ruhig sagen, dass ich immer noch einen knackigen Po habe.“
Es kichert. „Ohne Cellulite“.
Ich: „Du bist gemein.“
Mann im Ohr: „Das meine ich nicht. Er darf lügen, auch bei größeren Sachen. Aber er muss es aus edlen Motiven tun. Um die Welt zu retten oder so.
Ich: „Oder um mich glücklich zu machen?“
Mann im Ohr: „Das fällt unter ‘oder so’.“

Der Bösewicht fleht gerade „Ich schwöre vor Gott…“ und Batman antwortet „Schwöre vor mir“. Ein Satz, den ich umgehend auf meine Liste der Sätze setze, die ich im Leben noch sagen will.

Ich: „Kleiner Mann?“ 
Mann im Ohr: „Zu Diensten.“
Ich: „Wie lautet die weibliche Form von Master? Nur, damit ich weiß, wie ich angeredet werden muss, wenn ich den geeigneten Butler ausfindig mache.“
Mann im Ohr: „Mistress.“
Ich: „Bedeutet das nicht auch ‘Mätresse’?“

Ich höre es rascheln. Dann folgt ein Nicken. Großartig. Noch ein Grund, das Gendern zu lassen.

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